Veröffentlicht am: 20. Februar 2021

Viele Frauen/ und Familien denken, dass ihr Kind unter den so genannten „3-Monatskoliken leidet. Meist haben die Kinder einfach nur Blähungen.
Das dies nicht weniger „schlimm“ ist steht außer Frage.

Wie fühlen wir uns, wenn wir zu viel und zu schwer gegessen haben. Dann quälen uns manchmal auch diese fiesen Blähungen. Wir wissen was die Ursache ist und warum sich unser Magen so schwer anfühlt. Unsere „Kleinen“ machen das zum ersten Mal durch. In der Gebärmutter gab es kein „Überessen“. In dieser Zeit wurde genau das an Nährstoffen geliefert, was ein Kind benötigt, nicht mehr und nicht weniger.

Der Darm des Babys ist in den ersten 3 Monaten in der Lage Muttermilch und Säuglingsnahrung zur verwehrten, reagiert aber noch sehr empfindlich auf verschiedene Störungen. Es reicht schon die hastige Nahrungsaufnahme, bei der zu viel Luft mit in den Magen gelangt, um das Bäuchlein durcheinander zu bringen. Es dauert einige Zeit bis sich das unreife Verdauungssystem Eures Babys entwickelt hat: Anfangs sind nicht ausreichende Mengen der nötigen Darmbakterien vorhanden und es fehlt das Enzym Laktase, die den Milchzucker (=Laktose) aufspaltet und für den weiteren Verdauungsprozess zerlegt.

Deshalb gelangt zu viel Laktose (unverdaut) in den Dickdarm und kann dort vermehrt Gase bilden, die dann zu unangenehmen Blähungen und Koliken führen können. Auch Verstopfungen sind leider keine Seltenheit. Durch den Mangel an Bakterien und Enzymen, Fetten und Kalzium kann die Nahrung nur ungenügend verarbeitet werden.
Aber keine Sorge, Dein Baby bekommt trotz alledem genügend Nährstoffe.

Im Groben kann man sagen: Eine Kombination aus Blähungen, Bauchweh und Koliken werden bei Medizinern oft als 3 Monatskoliken zusammengefasst. Das ist aber keine Krankheit, sondern eher ein Zustand und absolut normal. Jedes Kind kommt mit dieser Situation besser zurecht.

Symptome sind:

  • Dein Baby krümmt sich vor Schmerzen
  • Es zieht die Beinchen an
  • Überstreckt eventuell noch den Kopf
  • Hat ein rotes Gesicht und einen geblähten Bauch
  • Schreit vermehrt und meist gegen Abend

Oft beginnen die Symptome nach den ersten beiden Lebenswochen. Nach drei Monaten enden diese Symtome, da dem Darm dann die notwenigen Enzyme und Bakterien zur Verfügung stehen.
Wichtig ist, dass Ihr in dieser Zeit Eurem Kind viel Nähe gebt. Ein warmes Kirschkernkissen kann helfen, dass es Babys Bäuchlein bald wieder besser geht. Der so genannte Fliegergriff hilft, dass die Luft besser ihren Weg nach draußen findet. Falls Ihr Eurem Baby die Flasche geben solltet, achtet darauf, dass es möglichst wenig Luft beim Trinken einzieht. Ihr könnt die Milch mit Fencheltee (Bio) anrühren, da der Tee gut gegen Blähungen ist. Sind die Blähungen sehr stark dann sind Kümmelzäpfchen noch eine Möglichkeit.

Wenn sich Euer Kind weiterhin nicht beruhigen lässt und der oder die Kleine durch das Schreien noch mehr Luft in den Magen und Darm bekommt, dann kontaktiert Eure Hebamme oder Kinderarzt an.

Mein Fazit: Babys haben zu Anfang Probleme mit ihrem Darm, aber das ist normal.

Gerade gegen Abend treten die Symptome meist häufiger auf. Versucht Euch über Tag genug Pausen zu gönnen, damit Ihr am Nachmittag/Abend genug Energie habt, diesen Abschnitt zu meistern.
Denkt positiv, da mit ca. 12 Wochen auch dieser Abschnitt meist überstanden ist.

Liebe Grüße,

Mamala- Hebamme Moni

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